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ausschalten

Aussprache: 'ausschalten
Stammformen:schaltet aus - schaltete aus - hat ausgeschaltet
Konjugationsmuster:schwach
Generelle Anmerkungen:

Nicht behandelt wird hier das Reflexivverb ausschalten, sich:
(1) Eigentlich hätten sich die gesamten Elektroanlagen ausschalten müssen. (Frankfurter Rundschau, 28.05.1998, S. 33)

  
1 ausschaltenetwas abstellen
2 ausschaltenbewirken, dass etwas keine Auswirkung mehr hat

1 ausschalten

Strukturbeispiel:jemand/etwas schaltet etwas aus
Im Sinne von:jemand/etwas lässt durch Bedienen eines Schalters o.Ä. etwas nicht mehr in Betrieb sein; abstellen
Satzbauplan:Ksub , Kakk
Beispiele:
(2) Wird ein Chat-Kontakt lästig oder unangenehm, kann man den Computer einfach ausschalten. (die Zeit (Online-Ausgabe), 25.09.2003, S. 38; Einsame Höhepunkte)
(3) Die Stadtwerke haben die Müllverbrennungsanlage wegen Sicherheitsmängeln vorübergehend ausgeschaltet.
(4) [indirekte Charakterisierung] Das Bildschirmschutzprogramm schaltet das Hintergrundlicht aus. (Zeit, 11.04.1997, S. 70)
(5) [indirekte Charakterisierung] Du sollst das Licht ausschalten und schlafen, sonst kannst du morgen wieder nicht aufstehen!
(6) [indirekte Charakterisierung] Ich habe diese dumme Talkshow nach fünf Minuten ausgeschaltet.
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk: NP im Akk/ProP im Akk/GWS

Passivkonstruktionen: Werden-, Sein-Passiv

werden:
(7) Wird beim Verlassen des Hauses versehentlich die Kochplatte nicht ausgeschaltet und entsteht dadurch ein Wohnungsbrand, muss die Hausratsversicherung den Schaden zahlen. (nach Stern, 22.12.1987, S. 66)
sein:
(8) Die Straßenbeleuchtung war während der Nacht, in der der Unfall geschah, ausgeschaltet.
Anmerkungen:

Das Kakk kann in generischen Sätzen oder wenn aus dem Kontext klar zu entnehmen ist, was ausgeschaltet wird, weggelassen werden:
(9) Wird dem Zuschauer die Werbung zu lang oder zu langweilig, kann er ausschalten. (nach Mannheimer Morgen, 02.05.1989)

2 ausschalten

Strukturbeispiel:jemand/etwas schaltet jemanden/etwas aus
Im Sinne von:jemand/etwas bewirkt, dass jemand/etwas nichts mehr tun kann oder keine Auswirkung mehr hat
Satzbauplan:Ksub , Kakk
Beispiele:
(10) Die beiden erstgenannten kaufen sich ständig in neue Stadtwerke ein und schalten so potenzielle Konkurrenten aus. (Berliner Zeitung, 27.11.2002, S. 4)
(11) Die autoritäre Regierung hat das Parlament ausgeschaltet. (nach Salzburger Nachrichten, 29.02.1992)
(12) Die Kampfhubschrauber sollen von Raketenwerfern unterstützt werden, die Flugabwehrstellungen mit Mittelstreckenraketen ausschalten sollen. (nach Berliner Zeitung, 06.04.1999, S. 1)
(13) Die nach der Blaualgengattung Microcystis benannten Substanzen schalten gezielt zwei bestimmte Enzyme aus. (Berliner Zeitung, 22.09.1999, S. II)
(14) In Gefahrensituationen nehmen Menschen Verletzungen und Schmerzen häufig kaum wahr. Der Grund dafür ist, dass solche Formen von Stress zwei Mechanismen aktivieren können, die das Schmerzempfinden vorübergehend ausschalten. (nach Berliner Zeitung, 26.11.1997, S. IV)
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk: NP im Akk/ProP im Akk/GWS

Passivkonstruktionen: Werden-, Sein-Passiv

werden:
(15) Die ursprüngliche Wirkung als Brechmittel konnte zum Großteil ausgeschaltet werden. (die tageszeitung, 10.03.2001, S. 36)
sein:
(16) Die Konservativen, die beinah noch Mandate gegenüber ihrem dramatisch schlechten Ergebnis von 1997 verloren hätten, sind bis auf weiteres als seriöse politische Kraft ausgeschaltet und werden sich erst einmal in Selbstzerfleischung üben. (die tageszeitung, 09.06.2001, S. 11)

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 16.01.2009 16:27.