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abmachen

Aussprache:'abmachen
Stammformen:macht ab - machte ab - hat abgemacht
Konjugationsmuster:schwach
Generelle Anmerkungen:

In Österreich wird abmachen auch i.S.v. 'anmachen' verwendet:
(1) Probieren Sie einen griechischen Salat: Paradeiser, Gurken und Zwiebeln schneiden, mit Olivenöl und Essig abmachen, Schafkäse dazugeben und mit Oregano würzen. (Kleine Zeitung, 29.04.1999, Ressort: Graz; "Heuriges" hat jetzt Hochsaison)

abmachen wird auch in den Fügungen verwendet:

etwas unter sich/untereinander abmachen i.S.v. 'etwas ohne Einmischung von außen klären, bereinigen' und

Das musst du mit dir/Das muss jemand mit sich (allein/selbst)/für dich/für sich allein abmachen i.S.v. 'Mit diesem Problem musst du/muss jemand allein fertig werden'.

  
1 abmachen mitetwas mit jemandem vereinbaren
2 abmachenetwas von irgendwo entfernen

1 abmachen mit

Strukturbeispiel:jemand macht etwas mit jemandem ab
Im Sinne von:jemand vereinbart etwas mit jemandem
Satzbauplan:Ksub , Kakk , Kprp
Beispiele:
(2) Weil die Gewerkschaft ver.di mit Bremen gesonderte Tarifverhandlungen abgemacht hat, stellt sich nun die Polizeigewerkschaft quer. (nach die tageszeitung, 23.05.2006, S. 21)
(3) Üblicherweise aber machen wir mit dem Kunden einen Termin in der Apotheke ab. (St. Galler-Tagblatt, 14.01.1998)
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk:

      NP im Akk/ProP im Akk/GWS

      SKakk mit fak. Korrelat es (stellungsbed.): Handlung:

           dass-S:
(4) Mit Pfarrer Harald Greve hat die Band abgemacht, dass sie auch ein bekanntes Kirchenlied spielen wird. (St. Galler Tagblatt, 10.03.1998; Buntes Programm)
(5) Michael hatte (es) mit Martin abgemacht, dass keiner von ihnen zum Training geht.

          Inf-S mit zu:
(6) Den Grünen jedenfalls schadet der Transrapid-Kompromiss. Eigentlich hatten sie auf Bundes- und Landesebene schriftlich mit ihrem Regierungspartner abgemacht, kein weiteres Geld in den Bau der Magnetschwebetechnik zu stecken. (die tageszeitung, 05.02.2003, S. 1)
(7) Wir hatten (es) doch mit dir abgemacht, morgen Abend ins Kino zu gehen!

          w-S:
(8) Ich muss noch mit meinen Freunden abmachen, wann wir uns am Sonntag treffen.

Kprp: mit +Dat
(9) Ich habe mit meiner Freundin abgemacht, dass wir im Sommer gemeinsam verreisen.

Passivkonstruktionen: Werden-, Sein-Passiv

werden:
(10) Die Kurse sind ein Angebot, kein Muss. Mit jedem Teilnehmer werden Etappenziele abgemacht, statt Noten gibt es Zielvereinbarungsgespräche. (die tageszeitung, 06.09.2003, S. 5)
sein:
(11) Bisher war noch kein Termin mit der Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse abgemacht. (Mannheimer Morgen, 19.04.2004, Ressort: Nachbarschaft)
Anmerkungen:

Das Kakk wird häufig als SK realisiert.

abmachen wird häufig im Perfekt oder im Werden- und im Sein-Passiv verwendet.

Außer im Sein-Passiv wird das Korrelat es selten realisiert:
(12) Wir haben in der Gemeinde drei Schulen. Das ist finanziell nicht tragbar. Außerdem war es im Vorfeld abgemacht, dass die Schule geschlossen wird, wenn die Schülerzahl unter zehn rutscht. (Niederösterreichische Nachrichten, 22.05.2007, S. 37)

Häufig wird mit abmachen mit auf ein reziprokes Verhältnis Bezug genommen. Das Ksub wird dann mit einer NP im Plural, einer Kollektivbezeichnung oder mehreren NPs belegt und das Kprp nicht realisiert. Zur Verdeutlichung des reziproken Verhältnisses kann miteinander hinzugefügt werden:
(13) Die beiden Regierungen haben abgemacht, künftig Informationen auszutauschen.
(14) Wir hatten miteinander abgemacht, uns immer die Wahrheit zu sagen.

In der Schweiz wird abmachen mit auch ohne Kakk i.S.v. 'sich mit jemandem verabreden' verwendet:
(15) Die Zuschauer bekommen Einblick ins Teenie-Leben, das aus Babysitten, Basketball spielen, mit Freunden abmachen, Shoppen, am Wochenende ausschlafen und viel Hip-Hop-Tanz zu bestehen scheint. (St. Galler Tagblatt, 24.09.2007, S. 41)

Das Partizip II abgemacht wird ohne Komplemente als bestätigende, bekräftigende Antwort verwendet:
(16) "Also, es ist klar, wir treffen uns morgen um acht?" – "Abgemacht!"

2 abmachen

Strukturbeispiel: jemand macht etwas von irgendwo ab
Im Sinne von:jemand entfernt etwas von irgendwo
Satzbauplan:Ksub , Kakk , (Kadv)
Beispiele:
(17) Drei Mädchen im Alter von 14 und 15 Jahren sind in einem Geschäft in der Hauptstraße dabei erwischt worden, wie sie in einer Umkleidekabine von Waren für 275 Euro die Preisschilder abmachten. (Mannheimer Morgen, 31.10.2009, S. 26)
(18) Wenn wir die Fenster neu streichen, müssen wir die alte Farbe von den Rahmen abmachen.
(19) Als es zu regnen anfing, machte die Mutter schnell die Wäscheleine ab.
Belegungsregeln:

Ksub: NP im Nom/ProP im Nom/GWS

Kakk: NP im Akk/ProP im Akk/GWS

Kadv: Ort (direktivisch)

     von +Dat: Ausgangsort
(20) Man hat einfach keine Lust und auch keine Zeit, das Wachs der heruntergebrannten Kerzen von den Haltern abzumachen. (Hannoversche Allgemeine, 23.10.2007, S. 24)
(21) Ein Schüler hatte allerhand Unrat im Weinberg verteilt - aber vergessen, von seinen Heften die Anschrift abzumachen. (Rhein-Zeitung, 18.10.1997; 20 mit pistole)

Passivkonstruktionen: Werden-, Sein-Passiv

werden:
(22) Auch die Außenfassade soll gestrichen werden, und dazu muss unter anderem wild wuchernder Efeu von der Wand abgemacht werden. (Braunschweiger Zeitung, 22.10.2005; Das Heizwerk wird zur Werkstatt)
sein:
(23) Die Plakate sind schon abgemacht.
Anmerkungen:

Pertinenzdativ ist möglich:
(24) Der Arzt macht dem Patienten den Verband ab.

Mit einer PräpP [mit +Dat] kann auf das Mittel, mit dem etwas entfernt wird, Bezug genommen werden:
(25) Wir müssen vor dem Streichen den Lack mit einem Spachtel abmachen.
(26) Von einem Viereck-Holz wurden mit einem scharfkantigen Stein die Ecken abgemacht, anschließend ein Loch gebohrt und das Holz dann angemalt. (Mannheimer Morgen, 23.03.2005, "Furzgeräusch" von vor 1000 Jahren)

© IDS Mannheim. Zuletzt geändert am 26.06.2012 09:51.