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Darf man Ich bin am Schreiben schreiben? — Bereichert die Verlaufsform (der Progressiv) das Deutsche?

von Ludger Hoffmann

Für Bruno Strecker

Unter Juristen gelten Normen als sinnlos, an die sich niemand hält. Es gibt auch Sprachnormen dieser Art – einige existieren nur als Norm der Schule ("Sprich in ganzen Sätzen!", "Schreib nicht ans, übers, unterm!"), die daran erinnert, dass man manches nur für die Schule lernt und nicht fürs Leben. Verpönt sind in der Schule auch Progressivformen, eine der wenigen Möglichkeiten des Deutschen, eine zeitliche Zerdehnung von Handlungen oder Ereignissen zu kennzeichnen:

(1) Paula ist am Singen.
(2) Paula ist beim Singen.
(3) Paula ist (zum) Singen (und nicht hier).
(4) Paula singt gerade.

Die Akzeptabilität in der Hochsprache und schriftlichen Explizitsprache steigt von 1-4, besonders (1) gilt traditionell (z.B. Duden 1966, 1984) als umgangssprachlich oder regional markiert und wird in Schulen oft beanstandet, vor allem in Texten, auch wenn z.B. der Duden (seit 1998) und die Duden-Redaktion inzwischen kein Problem damit haben (Klosa 1999) und Grammatiken wie Zifonun/Hoffmann/Strecker et al. (1997, S. 1877ff.) sie neutral behandeln. Aktuelle Schulgrammatiken sparen die Form einfach aus. Als besser wird (2) bewertet, wohl wegen der Nähe zu lokalen Präpositionalphrasen:

(5) Beim Singen gewann Paula einen Preis. Jetzt ist sie beim Essen.
(6) *Am Singen gewann Paula einen Preis.1

Fußnotentext (Abschnitt ein-/ausblenden)

1Der Asterisk kennzeichnet inakzeptabele Formulierungen.

Feste Wendungen des Typs sein + am/beim+ Infinitiv gibt es schon lange, etwa

(7) Sie ist noch am Leben.
(8) Bischt au noch bei Lebe? (Schwäbisch)

[Eilige Leser gelangen hier zur Zusammenfassung.]


Der Absentiv (Paula ist zum Singen)

Typ (3) – der sog. "Absentiv" – ist eine Konstruktion, die eine Aktivität bezeichnet, die relativ zum Ort der Sprechzeit bzw. Betrachtzeit an einem anderen Ort stattfindet und an der das Subjekt teilhat. Es bleibt offen, ob die Person sich gerade erst an jenen Ort begeben hat, ob die Kernhandlung (Singen, z.B. im Chor) schon angelaufen oder vielleicht gerade beendet ist. Jedenfalls kann die Äußerung eingesetzt werden, um zu sagen, dass die fragliche Person gegenwärtig nicht anzutreffen ist.
Die Präposition zu (< ahd./mhd. Adverb zuo) drückt konkret die Richtung oder auch abstrakter das Ziel (zur Schule gehen, zum Einkaufen gehen, zu Bruno gehen) aus, in abgeleiteter Übertragung auch das Resultat bzw. einen Zeitraum (zum Zwecke, zu Weihnachten). Der Absentiv erfasst eine komplette Handlung mit Vor- und Nachgeschichte im Fernbereich.

Die Konstruktion mit temporalem Adverbiale (Paula singt gerade)

Typ (4) – eine Konstruktion mit temporalem Adverbiale, das die Ereigniszeit als sprechzeitüberlappend und nicht erst künftig kennzeichnet (gerade, jetzt, soeben; gegenwärtig; zur Zeit) – gilt schon lange als standardsprachlicher Ersatz. Das Adverbiale ist allerdings mit einer Progressivform kombinierbar (sie ist gerade am Lesen), also nicht funktionsgleich.

Das Progressiv (Paula ist am Singen)

Typ (1,2) wird nach der vermuteten Herkunftsregion auch "rheinische Verlaufsform" genannt, wenngleich die Formen mittlerweile im ganzen deutschen Sprachgebiet verbreitet sind (mit Schwerpunkt aber in der Ursprungsregion und in niederdeutscher Umgangssprache).

Beide kennzeichnen eine Handlung oder einen Vorgang oder Übergang in einen Zustand als dauernd (durativ) und damit in Phasen gegliedert. Diese Phasen sind nicht weiter unterschieden, von Dauer ist die Realisierung des Handlungsmusters, in welcher Form, mit welchen Wiederholungsschleifen und Pausen, in welchem Vollständigkeitsgrad auch immer. Es genügt, dass das, was Paula durchgehend macht, als 'Tanzen' (sei es Foxtrott, Walzer, Disco) bzw. Menge von Aktivitäten, die als 'Sticheln' gelten, beschrieben werden kann - und sich das im Zeitraum eines Abends vollzieht (9):

(9) Sie ist den ganzen Abend am Tanzen (aktional) und am Sticheln (iterativ).
(10) Idefix ist am Verzweifeln. (unicum Space Chat Mitschnitt No. 1) (Übergang in einen Zustand)
(11) Sie ist den ganzen Abend am Suchen. (nicht punktuell)
(12) *Sie ist den ganzen Abend am Finden. (punktuell)
(13) *Die Aufführung ist am in Vergessenheit geraten. (modifizierte Aktionsart)

Ein Funktionsverbgefüge (wie in Vergessenheit geraten) drückt selbst eine Zerdehnung aus, so dass (13) ungrammatisch ist. Selten ist eine Kombination mit im:

(14) Sie signalisieren "Ich bin mitten im Reden", ohne dass der Sprecher "wirklich etwas sagt" (Quasthoff 1980: 217).

Hier ist eine Aktion als 'Behälter', Innenraum konzipiert, in dem sich der Sprecher befindet. Das ist nur beschränkt, vor allem als feste Wendung möglich: Das ist im Werden/Entstehen; "Gehen ist im Kommen" (Tagesspiegel 11.08.2009); aber *ich bin im Singen; *die Suppe ist im Kochen.

Ferner gibt es den Fall einer Bewegung in Richtung auf ein Objekt, ohne es zu erreichen; man findet ihn in fester Kombination mit Verben eines Emotionsausdrucks:

(15) Es ist zum Heulen/Auswachsen...

Allerdings gibt es im deutschen Verbsystem keinen Aspekt-Gegensatz zu Formen, die Vollendung (Perfektivität) ausdrücken. Das ist ein typisches Merkmal von Aspektsprachen wie z.B. Russisch. Daher ist in der Sprachwissenschaft umstritten, ob von Aspekt im Deutschen die Rede sein soll.

Die Progressivform mit der Präposition am

Zur Geschichte der Progressivform (Abschnitt ein-/ausblenden)

Sprachgeschichtlich entstand die Progressivform aus der Kombination der Präposition an mit dem nominalisierten Infinitiv. Man findet sie z.B. schon bei Johann Heinrich Jung-Stilling (1777/78) und bei Wilhelm Raabe (1869), dort allerdings in direkter Rede:

(16)


Nachdem Stilling einige Wochen zu Zellberg gewesen war, so beschloß Herr Stollbein, seinen neuen Schulmeister daselbst einmal zu besuchen; er kam des Vormittags um neun Uhr in die Schule; zum Glück war Stilling weder am Erzählen noch Lesen.
(J.H. Jung-Stilling, Henrich Stillings Jünglings-Jahre (1777/78), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka. Digitale Bibliothek, 104927)
(17)

"Nun, ich will's euch auch sagen, da ich grad am Erzählen bin. Knöpft die Ohren auf, junges Volk, es mag eine Lehre für euch drin liegen…" (W. Raabe, Die schwarze Galeere (1860), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka. Digitale Bibliothek, 140265)

Im 19. Jahrhundert ist die Konstruktion noch stark regional, auf der nördlichen Rheinschiene und entlang der Ems im Westfälischen verbreitet (Elspaß 2005, S. 82 (Karte)). Die folgende Ausdehnung über große Teile des deutschen Sprachgebiets bis hin in die Schweiz setzt Elspaß parallel zum Verschwinden der tun-Konstruktion aus standard-sprachlichen Verwendungen.

Der Ausdruck an ist alt (Sanskrit: anu, ahd. ana, mhd. ane) und bezeichnet eine Näherelation zwischen Handlungen oder Gegenständen und einem Objekt, das der Lokalisierung dient. Die Nähe resultiert aus einer objektgerichteten Bewegung (mit Akkusativ: sie fährt den Wagen an die Wand), einer statischen Nähekonstellation im Grenzbereich bis hin zum flächigen Kontakt (mit Dativ: die Fliege an der Wand, das erste Haus am Platz, die Bäume an der rechten Seite). Vom nahen Raumbereich ist es nur ein kleiner Übertragungsschritt zum zeitlichen: am Sonntag. In am ist der bestimmte Artikel eingeschmolzen; für den nominalisierten Gegenstand ist somit ein Wissenszugang unterstellt, er ist im Sprachwissen vorhanden und nicht in einem Wirklichkeitsmodell aufzusuchen. Handlungen und Ereignisse vollziehen sich in Zeit und Raum. Werden sie durch den Infinitiv abstrakt vergegenständlicht, kann man sie mit dem Satzsubjekt ins Verhältnis setzen, das ein Agens (18,19) oder Patiens (20,21) ausdrückt:

(18)


Lange dauert das Korsarenregiment allerdings nicht. Während die Piraten noch auf einer Insel am Feiern sind, läuft die "Neptun" mit den alten und neuen Herren wieder aus mit Kurs auf Spanien.
[http://www.zeit.de/ (ZEIT 12.9.86) [20.12.2010]]
(19)



SL: Aber das ist das Zeichen eines Bürgerkrieges. Wenn Sie an Irland denken, ist es ungefähr gleich.
BS: Was ich sagen wollte, ist, dass Bulgakow den Leser aber in dieselbe Verwirrung stürzt, ja? Man ist beim Lesen – man hat starke Orientierungsschwierigkeiten. Man weiß nie, wo geht es jetzt hin, wer ist bedroht, wer flieht vor wem, und vielleicht hat Bulgakow das so gewollt.
(Das Literarische Quartett. Digitale Bibliothek 1619; SL: Sigrid Löffler, BS: Barbara Sichtermann)
(20)

Ölpreis ist weiter am sinken
[http://www.kredite-net.de/kreditnachrichten/news13.htm [20.12.2010]]
(21)

Bade- und Kurort am Donauknie – ist (Bad) Ab(b)achs uralte Tradition am Wanken?
[http://www.bad-abbach.de/de/markt-bad-abbach/archiv/lesebuch/bade-und-kurort-am-donauknie-ist-bad-ab-b-achs-uralte-tradition-am-wanken/ [20.12.2010]]

Vermittelt wird die Relation über ein Kopulaverb, in der Regel sein, selten bleiben (es bleibt am Regnen).
Wenn es sich um Kopulaverb + nominalisierter Infinitiv als prädikatives Komplement (Zifonun/Hoffmann/Strecker 1997, S. 1878) handelt, um eine nominale Konstruktion und nicht um einen verbalen Aspekt, ist die Großschreibung angemessen. Tatsächlich wird oft klein geschrieben. Ob die Konstruktion sich grammatisch zu einem Verbalaspekt entwickelt, ist noch offen, obwohl in der Forschung dieser Weg der Grammatikalisierung öfter angenommen wird.

Die Progressivform mit der Präposition bei

Die Präposition bei vermittelt einen ähnlichen Effekt wie an durch Relationierung. Sie kommt aus dem ahd. , germ. mbhi, und ist verwandt mit indoeurop. ambhi (> griech. amphí-, lat. ambi-). Die Ursprungsbedeutung ist (noch im Gotischen) 'um … herum', 'nahes Umfeld', später spezifiziert zu 'seitliche Nähe im Raum' (vgl. Pfeifer 1989; Kluge 2002). Auch hier ist eine Übertragung vom Raumbereich auf ein Zeitintervall anzunehmen, das konzeptuell auf einer Synchronisierung beruht, wie wir sie in (22) durch die temporale Präpositionalphrase ausgedrückt sehen können:

(22)

PARIS - Ein deutscher Urlauber ist beim Frisbee-Spielen in Frankreich tödlich verunglückt.
[http://www.dnews.de/nachrichten/panorama/230238/deutscher-beim-frisbee-spielen-todlich-verungluckt-.html [20.12.2010]]
(23)



Die Regenwurmfrau weint und kann sich nicht mehr beruhigen.
Fragt die Nachbarin: "Was ist los?" –
"Es ist wegen meinem Mann. Er ist beim Angeln."
[http://www.angeln-lernen.info/petri-heil---lachen.html [20.12.2010]]
(24)

Die Wiener haben zu viel Seiten und sind jetzt beim Kürzen.
(E-Mail, Wissenschaftler, 10, 2010)
(25)

Die ganze Region war am Sonntag beim Shoppen: Außer in Ulm und Senden war auch in Langenau verkaufsoffener Sonntag.
[http://www.swp.de/muensingen/lokales/alb_donau/Eine-ganze-Region-beim-Shoppen;art4299,667577 [20.12.2010]]

Das Subjekt muss allerdings in der bei-Konstruktion Agens sein:

(26) Sie ist beim Wasser Kochen.
(27) *Das Wasser ist beim Kochen.

Ein Gebrauch bei typischer, gewohnheitsmäßiger Eigenschaft (Habituativ) ist nicht möglich:

(28)
Hallo bei uns ist es nur noch am schneien, den ganzen tag. [http://diaet.abnehmen-forum.com/diaet-c/116581-streusalz-giftig.html [21.12.2010]]
(29) *Hallo bei uns ist es nur noch beim schneien, den ganzen tag.

Wie steht es mit Erweiterungen?

Hier erweisen sich die Konstruktionen als beschränkt:

(30) Paula ist am Staubsaugen.
(31) *Paula ist Staub am Saugen.
(32) Paula ist beim Staubsaugen.
(33) *Paula ist Staub beim Saugen.
(34) Paula ist fröhlich/gern am/beim Arbeiten.
(35) Paula ist seit Stunden/seit Tagen/wegen des nahen Fests am/beim Arbeiten.
(36) *Paula ist nie am/beim Staubsaugen.
(37) *Paula ist am Lesen eines Buchs.
(38) Paula ist beim Lesen eines Buchs.

Komplemente sind nicht zulässig (31,33), Verbgruppenadverbialia schon (34), ebenso einige Satzadverbialia (35), soweit nicht der durative Charakter aufgehoben wird (36). Ein Genitivattribut erlaubt nur die beim-Konstruktion (38).

Bildung verschiedener Tempora

Die Bildung verschiedener Tempora ist möglich, das Präteritumperfekt wird manchmal als weniger gut eingeschätzt. Der Imperativ fordert ein Frequenzadverbiale (45).

(39) Paula ist am Staubsaugen. [Präsens]
(40) Paula war am Staubsaugen. [Präteritum]
(41) Paula ist am Staubsaugen gewesen. [Präsensperfekt]
(42) Paula wird am Staubsaugen sein. [Futur]
(43) Paula wird am Staubsaugen gewesen sein. [Futurperfekt]
(44) Paula war am Staubsaugen gewesen (, als es klingelte). [Präteritumperfekt]
(45) Sei den ganzen Tag am/beim Arbeiten, Paula, damit Du Eindruck machst! [Imperativ]
(46) ?Sei am/beim Arbeiten!

Zusammenfassung

Es gibt ein Ausdrucksbedürfnis für sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Handlungen oder Ereignisse, das in vielen Sprachen zu einem Progressiv-Aspekt als grammatischer Kategorie des Verbs geführt hat. Wenn wir im Deutschen eine Handlung oder einen Vorgang, der sich hinzieht, darstellen wollen, haben wir nicht die einfachen Möglichkeiten von Nachbarsprachen wie Englisch (she is/was/has been cooking), in dem auch Komplemente (he is hitting the ball) und das Passiv (it was being cooked) möglich sind. Im Englischen ist der Aspekt der Progressiv-Konstruktion durativ und dynamisch-imperfektiv. Das Ereignis dauert in einem Zeitintervall an und über Anfang und Ende ist nichts gesagt, auch wenn eine Begrenzung nahegelegt wird. Es darf sich nicht um einen Zustand handeln (*he is being ill with cancer). Progressivformen haben z.B. auch Niederländisch (hij is aan het koken), Isländisch (ég er að spyrja ‚ich bin am Fragen‘), Spanisch (Pedro esta cocinando). In slavischen Sprachen wie Russisch oder Polnisch gibt es ein verbales Aspektsystem, das auf dem Gegensatz ‚Imperfektiv‘ - ‚Perfektiv‘ beruht und dem Sprecher stets eine Entscheidung über den Handlungscharakter auferlegt. Dabei ist die jeweilige Verbbedeutung zu berücksichtigen. Semantisch ist der Gegensatz nicht einfach zu erfassen; so wird der Imperfektiv als unmarkierte Form oder als Ausdruck „nicht-aktueller Ereignisse“ (Lehmann 1993) aufgefasst, während der Perfektiv das Erreichen einer Grenze ausdrücke (Rehder 1998). Viele nicht-germanische Sprachen kennen eine Progressivform, z.B., Finnisch (hän oli sanomessa ,er war am Fragen‘ mit dem Kasus Inessiv, der etwas als ,Raum, in dem etwas ist,‘ bezeichnet (Endung -essa)), Baskisch (nator ,ich komme gerade‘) oder das westafrikanische Hausa (yaaròo náa zuwáa ,der Junge kommt gerade‘ (nominalsatzartige Konstruktion, ohne Kopulaverb, vgl. Wolff 1992). Im Türkischen ist die Lage komplex. Das yor-Präsens kann andauernde Ereignisse (yemek yi-yor-uz ,wir sind am Essen‘) ausdrücken, aber auch statische (Berlin‘de otur-u-yor-um ,Ich wohne in Berlin‘). Der deutschen Verlaufsform entspricht eher eine Konstruktion mit Infinitiv (-mak) + Lokativ-Kasusendung (-ta): Orhan yemek yap-mak-ta ,Orhan ist am Essen machen‘).

Der Blick auf andere Sprachen zeigt, dass die Verlaufsformen eine im Formsystem angelegte Möglichkeit nutzen, um eine Progressiv-Funktion als verbale oder nominale Form zu realisieren. Sie sollte allgemein akzeptiert sein.

Weiterführende Literatur (Abschnitt ein-/ausblenden)

Bednarský, Petr (2002): Deutsche und tschechische Präpositionen kontrastiv. Münster: Waxmann.
Bendel, Christiane (2006): Baskische Grammatik. Hamburg: Buske.
Ebert, Karen (1996): Progressive aspect in German and Dutch. In: Interdisciplinary journal for Germanic linguistics and semiotic analysis 1,1, 41-62.
Fromm, Hans (1982): Finnische Grammatik. Heidelberg: Winter.
Göksel, Aslı/Kerslake, Celia (2005): Turkish Grammar. London: Routledge.
Grießhaber, Wilhelm (1999): Die relationierende Prozedur. Münster: Waxmann.
Johanson, Lars (1994): Türkeitürkische Aspekttempora. In: Thieroff, Rolf/Ballweg, Joachim (Hg.): Tense systems in European Languages. Tübingen: Niemeyer, 247-265.
Krause, Olaf (2002): Progressiv im Deutschen. Eine empirische Untersuchung im Kontrast mit Niederländisch und Englisch. Tübingen: Niemeyer.
Kress, Bruno (1982): Isländische Grammatik. Leipzig: VEB.
van Pottelberge, Jeroen (2004): Der am-Progressiv. Struktur und parallele Entwicklung in den kontinentalwestgermanischen Sprachen. Tübingen: Narr.
Thieroff, Rolf (1992): Das finite Verb im Deutschen. Tübingen: Narr.