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Was sind syntaktische Funktionen?

- Entnommen aus ProGr@mm -

In einem strukturierten Gebilde haben die Elemente oder Konstituenten, aus denen es aufgebaut wird, bestimmte Funktionen, so wie Motor, Räder, der Benzintank oder das Lenkrad bestimmte Funktionen im "Gebilde" Auto haben. In dem sprachlichen Gebilde "Satz" heißen die ihn konstituierenden Elemente traditionellerweise Satzglieder. Für das Deutsche hat man in der traditionellen Grammatik die folgenden vier Satzglieder angenommen:

Subjekt
Objekt
Prädikat
Adverbial

Realisiert werden sie durch einzelne Wörter (genauer: Wortformen), durch Wortgruppen/Phrasen oder durch sogenannte Gliedsätze (In dem Satz Ich weiß, dass er nicht kommt. steht der Gliedsatz nach dem Komma für ein Akkusativobjekt.).

Die Einteilungen, die man trifft, sind immer theorieabhängig. So hat die Dependenzgrammatik drei satzkonstituierende Einheiten etabliert: Verb, Ergänzung und Angabe. Die Transformationsgrammatik kam zu zwei grundlegenden Konstituenten: Nominalphrase und Verbalphrase. In ProGr@mm orientieren wir uns an der Dependenzgrammatik, haben aber "Ergänzung", "Angabe" und "Verb" z. T. neu definiert und die Bezeichnungen "Komplement", "Supplement" und "Verbalkomplex" (als Ausdruckseinheit für das Prädikat) gewählt. Diese drei nennen wir primäre Komponenten des Satzes.

Es bestehen folgende Entsprechungen zur traditionellen Einteilung:

Wenn wir ohne weitere Bestimmung von Komplementen sprechen, meinen wir die Komplemente des Verbs (Das Parlament verabschiedete drei Gesetze.) und nicht Komplemente zu einem Nomen (Michaels Liebe zu Kindern.). Bei den Supplementen unterscheiden wir zwischen Supplementen zur Verbgruppe (Verbgruppenadverbialia) und solchen, die sich auf den Satz beziehen (Satzadverbialia und Abtönungspartikeln). Ein Beispiel für eine sekundäre Komponente ist das Attribut, das Teil eines Komplements (Er wohnte im badischen Offenburg.) oder Supplements (Er fand im badischen Offenburg einen Job.) sein kann.

Folgende drei Ebenen kann man bei der Beschreibung der grundlegenden Konstituenten einer strukturierten sprachlichen Einheit wie den Satz unterscheiden: die (logisch-) semantische Funktion, die syntaktische Funktion und die ausdrucksseitige Realisierungsformen der syntaktischen Funktion.

1 semantische Funktion: Argument* Modifikator* Prädikat*
2 syntaktische Funktion: (Kern-)Komplemente* Supplemente* Prädikat*
3 Ausdruckseinheiten: Nominalphrase
Präpositionalphrase
Nebensatz als Komplement
Satzadverbiale
Verbgruppenadverbiale
Abtönungspartikel
Nebensatz als Supplement
Verbalkomplex

(*Genauer müsste man bei den verschiedenen Funktionen den Vorgang bezeichnen, also: Argumentfunktion, Prädikation, Komplementation, Supplementation.)